Hochschulgruppe Uni Konstanz
Gerne verweise ich auf folgenden Link ( Autor Luca Griffiths)
https://www.lkm.uni-konstanz.de/kws/category/ersti-erasmus-tipps/ literarisch/
Lyrik vom Bodensee
Hochschulgruppe Uni Konstanz
Gerne verweise ich auf folgenden Link ( Autor Luca Griffiths)
https://www.lkm.uni-konstanz.de/kws/category/ersti-erasmus-tipps/ literarisch/

Im Wasser
Ich liege treibend auf dem Wasser,
und es wachsen mir
Gedanken aus dem Kopf und Worte
so wie Haare.
Ich suche tastend zu ergründen,
ob das,
was wehend aus mir wächst,
ein Teil ist auch von mir,
oder ob ich,
so treibend,
ein Wesen schon geworden bin der andern Welt,
die ich nicht kenne,
ich mir selber fremd.
Ich fühle jede einzelne Wurzel aus mir wachsen
und geh mit jeder Faser auf in meinem Element
und bin mit meiner Haut und meinen Haaren
vom Wasser völlig ungetrennt wie Wasserpflanzen.
Ein abgegrenzter Teil.
Und doch ein Teil vom Ganzen.
Gisela Munz-Schmidt

Hier steht das Rätsel.
Ich.
Meer und Nacht
sind hinter mir.
Ich bin
vor dem Tag,
vor dem Land
und vor dir.
Gisela Munz-Schmidt

Zwar sehen wir dasselbe,
aber wir werden nie im Gleichschritt gehen.
Verbunden sind wir und allein.
Du bist, was ich war.
Was ich bin, wirst du sein.
Gisela Munz-Schmidt

Einander die Lebensträume erfüllen.
Sich zusammen in ein Boot setzen
und die gemeinsame Reise antreten.
Sich gegenseitig wahrnehmen.
Abwechselnd rudern und ruhen.
Gisela Munz-Schmidt

Hier ist es ein Hund.
Es könnte auch ein Pferd sein
oder eine Katze.
Ein Tier, das sich zum Menschen drängt.
Ein Mensch, der sein Herz an ein Tier hängt.
Hat eins das andere auserlesen?
Gemeinsam sind wir Lebewesen.
Gisela Munz-Schmidt

Gehen und Verstehen
Wie hätt‘ ich das gebraucht:
mich ganz versenken.
Kein Überlegen und kein Zögern und kein Denken.
Wie gerne wär‘ ich auf den Grund hinabgetaucht.
Wie gerne wär‘ ich einfach abgeschwebt,
wär‘ wie ein Vogel losgezogen
und wäre einfach abgehoben.
Wie gerne hätt‘ ich unbewusst gelebt.
Zu leben ist ganz anders, als ich dachte.
Ich kann nur gehen, Schritt für Schritt,
und nur erweitern, wo ich einen Anfang machte.
Ich muss erfahren, wo ich lief und wo ich glitt,
ausloten, wann ich weinte, wann ich lachte,
denn mein Verstand und meine Füße müssen mit.
Gisela Munz-Schmidt
Aus: Sonette

Adelheid Hug und Jana von Eisenhart-Rothe vom Hauptamt Owingen führen am 11. Juli eine Wanderung „Sagenweg Owingen“. Siehe Einladung im Blättle unten.

Nachdem 2025 der Sagenweg in Billafingen eingeweiht wurde ( siehe Beiträge auf meiner Webseite und auf der Website der Gemeinde Owingen), stehen nun zwei Stelen mit Sagengedichten auch in Owingen. Sie ermöglichen weitere Einblicke in soziale Umstände und einschneidende Ereignisse der Vergangenheit.
Fangen wir mit der ersten am Schlossbühl an:




Dem Überlinger Arzt und Museumsgründer Theodor Lachmann verdanken wir die Sagensammlung, die die Grundlage für meine Sagentexte bildet.


Vielleicht ist es verwunderlich, dass ich nur das Motiv des Jägersmannes auswählte. Natürlich ist die Geschichte der schwarzen Katze auch interessant ( siehe zahlreiche Beiträge im Internet zum Thema „ Schwarze Katzen in deutschen Sagen“) und hätte sich gut gestalten lassen.
Warum also der Jägersmann?
Wir machen uns kaum ein Bild über die Armut der Menschen in vergangener Zeit, über die ungesicherten bescheidenen Verhältnisse. Zahlreiche Kinder in den Familien verstärkten die Not. Spielsachen für Kinder kann man heute in Schlössern bestaunen, aber die arme Bevölkerung musste mit Gegenständen des täglichen Lebens vorliebnehmen. Waren Freude und das Gefühl geliebt zu werden deshalb geringer, wenn der Vater etwas besonderes mit heimbrachte? Das glaube ich nicht, und ich sehe in der Verwandlung der Tannenzapfen zu Gold eher das Symbol für Glück als für Reichtum. Liebe wird belohnt. Ist das nicht eine Botschaft, die es wert ist vorgestellt zu werden?
Auf jeder Stele befindet sich ein QR Code, und Dr. Angelika Thiel aus Taisersdorf hat die Hintergründe für die Gemeinde Owingen recherchiert und zusammengestellt.
Deshalb habe ich ihr ein Lobgedicht geschrieben:
Hommage auf Dr.Angelika Thiel
Angelika Thiel wohnt in Taisersdorf droben,
ist mit Geschichte und Sagen verwoben,
fest verwurzelt auf heimischem Boden
gab sie oft schon ihres Könnens Proben
und schlägt vom Einst zum Jetzt den Bogen
mit jedem Wort fein abgewogen -
man sollte sie in den Himmel loben,
denn sie hat einen Schatz gehoben!
Gisela Munz Schmidt
Ohne Bürgerideen, ohne Bürgermeister Henrik Wengert, ohne im Hauptamt Adelheid Hug und Jana von Eisenhart- Rothe, ohne Karl Stehle, und last not least ohne die Befürwortung durch den Gemeinderat würden diese Sagen in Büchern weiterschlummern, statt uns an alte Zeiten und gesellschaftliche Umstände erinnern zu können.
Und nun zur Stele am Totengässele,
die auch von einer Verwandlung handelt, allerdings mit tragischem Hintergrund.


Die Sage handelt von der Pest, dem Schwarzen Tod, einer Seuche, die im 14. und im 17. Jahrhundert , vor allem während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) auch in Überlingen und Umgebung unzählige Menschen hinwegraffte. Ich verweise hier auf die umfangreiche, ausführliche und anschauliche Hintergrundsbeschreibung von Angelika Thiel ( siehe QRCode und Website der Gemeinde Owingen).

Vielleicht gab es so viele kranke Menschen, dass man nicht mehr wusste, wer noch lebendig war oder wer schon tot? Oder der Fuhrmann wurde wegen seiner Nachlässigkeit mit dem Tode bestraft?
Für mich bleibt der Kern der Sage unheimlich und unerklärlich, aber er weist auf die Schmerzen, das Leid und die Nöte hin, die auf Totenwegen in Sammelgräbern endeten.
Ein Herz aus Gold

Eigentlich ist das schon ein Gedicht!
Es entzückt mich dieser sonnenverwirbelte Staubgefäßüberfluss
und die kleine Biene, die sich daranmacht wie an eine schön gedeckte Speisetafel, auf der schon alles serviert ist, auch ihr Lieblingsgericht, ein Hochgenuss!
Und die ganze Szene gebettet auf traumhaftes flammendes samtenes Rot.
So schön wie der Sommer! So süß wie ein Kuss!
Gisela Munz-Schmidt

Die großen glänzend grünen Rosenkäfer können sich nicht irren:
Sie flirren und fliegen
und landen und liegen
beglückt und betrunken im üppigen Schoße
meiner chinesischen Strauchpfingstrose.
Gisela Munz-Schmidt

Kuckuck, Kuckuck!l
Kuckuck, Kuckuck,
ruft‘s aus der Uhr.
Wo ist denn nur
die Zeit geblieben?
Wie oft und gern hätt’ ich geschrieben:
„Die Zeit steht still.“
Aber, zum Kuckuck,
sie macht, was sie will.
Und kommt zur Stunde der Kuckuck heraus,
ist die Stunde halt rum. Fertig. Aus.
Drum ehre und achte des Vogels Kunde
und genieße und nütze jede Stunde.
Gisela Munz-Schmidt




Windräder seien die Kathedralen der Gegenwart,
hat einer behauptet.
Ja, sie haben eine Kanzel.
Ja, sie ragen hoch in den Himmel.
Ja, sie geben Kraft.
Aber ihre Lebensdauer in funktioneller Schlichtheit dauert nur 25 Jahre.
Zweckbauten ohne Seele.
Höhe ohne Erhabenheit.
Notwendigkeit ohne Vergeistigung.
Nutzen ohne Kunst.
Zeichen sind sie
einer anderen Zeit.
Gisela Munz-Schmidt


Magnolienblüten
Auf Zweigen wie mit großer Geste
steigen wächsern weiße feste
Kelche, rosa überhaucht,
Blütenböden bräunlich eingetaucht,
Farbenfäden lila eingezogen,
überschmolzen von Erhabenheit
hoch im stolzen Tulpenbogen –
So als stünden sie fernab:
Fern der Wirklichkeit.
Fremd der Zeit.
Gisela Munz- Schmidt
aus: Bäume am Weg
Verlag Stadler, Konstanz

Magnolia
Grandeur and splendour,
generous tree,
purple or white,
a variety
of wealth and of pride,
of this special sort
that transforms a yard
into a court,
and graciously smiling
it takes you aside –
you are led into spring
by a royal guide.
Gisela Munz-Schmidt
from: A Bouquet of Flowers

Nach dem ersten Jahresjubel ( siehe unten) habe ich alle Länder aufgezählt, in denen Leserinnen und Leser Gedichte und Texte lasen und sich erfreuten oder nachdenklich wurden, je nachdem.
Herzlich danken möchte ich allen Künstlerinnen und Künstlern, die mir großzügig ihre Bilder oder Fotos zur Verfügung stellten.
Ich liebe nämlich, wie Sie sicher schon bemerkt haben, die alte Paarung Text-Bild, die schon seit dem 16. Jahrhundert, zum Beispiel in der Emblematik, in unserer Kultur verwurzelt ist.
Dieses Mal grüße ich besonders meine Leserinnen und Leser in Singapore, mit einem Lesezeichen und Tulpen aus Italien!



Einen herzlichen Gruß sende ich heute an alle meine Leserinnen und Leser auf der ganzen Welt, die seit einem Jahr meine Homepage besuchen und hoffentlich dabei Freude, Mitgefühl, Kunstgenuss und Erbauung verspüren und mit mir auf Gedankenreise gehen auf vergnüglichen oder nachdenklich stimmenden Wegen.
Ich bin sehr dankbar, dass ich auf diese Weise meine Gedanken und auch die Bilder befreundeter oder verwandter Künstlerinnen und Künstler mitteilen kann!
World Wide Web ist keine Floskel: die Tausenden Besucherinnen und Besucher meiner Website kommen aus vielen Ländern der Welt:
Nach Häufigkeit zähle ich auf: Germany, United States, China, Netherlands, Austria, Switzerland, France, Russia, Afghanistan, Philippines, Egypt, Denmark, Malaysia, Chile, Belgium, Iran, Hungary, Luxembourg, Belarus, United Kingdom.
Also gehen herzliche Grüße und gute Wünsche in alle Welt!
Frohe Ostern und: Bitte bleiben Sie mir gewogen!
Gisela Munz-Schmidt
Hast du‘ s gesehen? Es blühen die Zärtlichen, Zarten! Vorbei alles Warten. Sonne wächst aus dem Garten. Gisela Munz-Schmidt

Der Schwarze Degenfisch
Aalgleich, schwarz und glänzend
und wie eingeölt,
mit großem Maul und spitzen Zähnen,
so liegt er da.
Wenn er, schon tot, gefangen wird,
sind seine Augen aufgeplatzt und sein Magen,
denn er kommt aus tiefster Meerestiefe,
unbekannt, unerforscht ist sein Lebensraum.
Und dann landet ein Teil von ihm auf unseren Tellern,
denn wir sind der Schluss der Nahrungskette.
Der Fisch endet dann in unserem Bauch.
Er fraß Kraken,
die Kraken fraßen Krill.
So ist das Leben.
Auch.
Gisela Munz-Schmidt

Das, und viel mehr, hat uns unsere hervorragende Reiseleiterin Helena erzählt, und sie hat uns ein Sprichwort mitgegeben:
Gestern ist Geschichte.
Heute ist Geschenk.
Morgen ist Geheimnis.
Danke, liebe Helena!
© 2026 Gisela Munz-Schmidt
Theme von Anders Norén — Hoch ↑